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  Slowakei

70 Investoren für 2010 in der Slowakei erwartet
 

BRATISLAVA (owr/gtai) Die slowakische Wirtschaft ist aufgrund ihrer hohen Einbindung in den internationalen Handel von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise stark betroffen. Doch die Aussichten sind gut, dass das Land 2010 wieder ein reales Wirtschaftswachstum von 2% erzielen kann. Für diesen Trend sprechen die erwartete Belebung der Nachfrage nach slowaki-schen Waren im Ausland sowie eine Wiederankurbelung der Investitionen und des Privatver-brauchs. Deutschland ist und bleibt der Haupthandelspartner der Slowakei.

Für 2010 rechnet das Institut für Finanzpolitik mit einem BIP-Zuwachs von 1,9%. Den Aufwärts-trend dürften die Investitionen als Folge des anziehenden Exportgeschäfts befügeln. Auch der wachsende private Konsum und öffentlich finanzierte Bauprojekte tragen zum erwarteten Wachstum bei. Die Regierung setzt auf einen beschleunigten Abruf von Mitteln aus den EU-Strukturfonds (2,9 Mrd EUR; inklusive öffentliche Kofinanzierung: 3,6 Mrd EUR). Für 2010 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einem Plus des BIP von 3,7% und die Europäische Bank für Entwicklung und Wiederaufbau (EWBE) von 3,5%. Beide Prognosen gehen davon aus, dass die von der Finanzkrise nicht direkt betroffene slowakische Volkswirtschaft nach dem Anspringen des weltweiten Konjunkturmotors einen schnellen Aufschwung erzielen kann. Zudem hat das Land mit seiner günstigen Kostenstruktur für Gewerbeansiedlungen (monatlicher Bruttolohn in der Industrie insgesamt im ersten Halbjahr 2009: 775 EUR), dem einfachen Steuersystem mit niedrigen Sätzen und einem liberalen Arbeitsrecht einige Trümpfe in der Hand, die ausländische Investoren für ein Engagement an dem Standort motivieren dürften.

Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen inklusive Reinvestitionen wird 2009 mit voraus-sichtlich 650 Mio USD weit geringer ausfallen als 2008 (etwa 2,2 Mrd USD). Nach Angaben von Wirtschaftsminister Lubomir Jahnatek wollen sich aber 2010/11 etwa 50 bis 70 Investoren, dar-unter allein drei strategische Investoren aus den Sektoren Kfz-Industrie, Elektronik und Maschinenbau, mit zusammen 1 Mrd EUR engagieren. Darüber hinaus kündigten Investoren aus den USA, Spanien und Grossbritannien an, sich im Gewerbepark Kechnec in der Ostslowakei niederzulassen. Projekte für 4,8 Mrd EUR geplant Die Anzahl der gegenwärtig vorbereiteten oder sich in Planung befi ndenden Projekte, an der die staatliche Agentur für Handels- und Investitionsförderung Sario beteiligt ist, beläuft sich auf rund 150 mit einem Wert von 4,8 Mrd EUR. Das Portfolio lässt darauf schließen, dass die Investoren an ihren Anlageplänen festhalten und sie lediglich deren Umsetzung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben haben. Ausgehend von einer Belebung der Exporte, den angekündigten Ausbauprojekten ausländischer Unterneh-men im Automobilbau, in der Kfz-Zulieferindustrie und in anderen Branchen, den Aktivitäten im Straßenbau und in der Stromwirtschaft sehen die Experten des Instituts für Finanzpolitik gute Chancen auf eine schnelle Kehrtwende bei den Investitionen. Sie dürften 2010 um knapp 3% (auf 16,4 Mrd EUR) und im Folgejahr um mindestens 4% (auf 17,5 Mrd EUR) zulegen. Somit könnte 2011 wieder das nominale Investitionsvolumen von 2008 (17,5 Mrd EUR) erreicht werden.

 

   
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