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  Kroatien

Bauboom beendet, Investitionen erwartet
 

ZAGREB (gtai)

Kroatiens Bauboom hat wegen der Investitionskrise ein Ende gefunden, doch ein grosser Ein-bruch blieb bis Mitte 2009 aus. Die Bauleistungen lagen in den ersten fünf Monaten um 2,1% unter dem gleichen Vorjahreszeitraum, aber um 19,7% über dem Schnitt von 2005. Allerdings war der Wert der Neuaufträge im 1. Quartal 2009 um 9,4% geringer als im ersten Vierteljahr 2008. Mittelfristig ist aber weiter mit hohen Investitionen zu rechnen, unter anderem in die Schienen- und Hafeninfrastruktur, in den Energiesektor und in Umwelttechnologien. Der Wert der erbrachten Bauleistungen erreichte im 1. Quartal 2009 etwa 6,6 Mrd HRK (rund 90 Mio EUR), dazu kamen Materialien in Höhe von 1,9 Mrd HRK. Erfreulich ist, dass sich der Wert der neu erteilten Baugenehmigungen auch in den ersten fünf Monaten 2009 weiter erhöht hat. Im Hochbau gab es im Vergleich zu Januar bis Mai 2008 einen Anstieg um 10,0% und im Tiefbau sogar fast eine Verdoppelung (+96,4%). Dennoch hatte der Hochbau mit 56,5% einen höheren Anteil am Gesamtvolumen von 14,8 Mrd HRK als der Tiefbau. Die Konjunkturerwartungen sind in der kroatischen Baubranche im 2. Quartal 2009 wieder etwas besser als nach dem Einbruch Ende 2008. Dennoch befi ndet sich der Bauindikator in der Konjunkturumfrage des Wirtschafts-blattes „Privredni vjesnik” im Juli 2009 immer noch deutlich unter dem langjährigen Durch-schnitt. Im Tiefbau neigt sich der ehrgeizige Autobahnbau seinem Ende zu. Dagegen sollten die Wasserversorgung und das Abfall- und Abwassermanagement eine stärkere Rolle spielen. Die notwendigen Investitionen in diesem Bereich werden auf über 6 Mrd EUR veranschlagt.

Schätzungen von Anfang 2009 zufolge könnten in den Tourismus im kommenden Jahrzehnt bis zu 15 Mrd EUR fliessen. Das Nationale Bahninfrastrukturprogramm sieht von 2008 bis 2012 Gesamtinvestitionen ins Schienennetz von 2,5 Mrd EUR vor. Auch die Häfen werden weiter mo-dernisiert, unter anderem stellt die KfW für das Projekt in Zadar Kreditmittel von 120 Mio EUR bereit. Da auch Kroatien 2009 stark von der globalen Finanzkrise betroffen ist, ist eine Ver-zögerung bei der Realisierung vieler Projekte nicht auszuschließen. In den ersten fünf Monaten 2009 wurden allerdings 45,9% mehr Genehmigungen für Tiefbauprojekte ausgestellt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Wert dieser Vorhaben erreichte 6,4 Mrd HRK (+96,4%). Viele Vorhaben wie die Bahn vom Hafen Rijeka ins Hinterland haben eine hohe strategische Bedeu-tung, weswegen eine Realisierung sehr wahrscheinlich ist. Die Anzahl der Baubetriebe erreichte 2008 insgesamt 11.991, das waren 32,3% mehr als noch 2007. Die zehn grössten Unternehmen erwirtschafteten 2008 einen Umsatz von zusammen 1.986,5 Mio EUR. Darunter befand sich auch der Konzern Strabag. Kroatische Firmen akquirieren ebenfalls Bauaufträge im Ausland, insbesondere in Südosteuropa. Angesichts der vielen Kleinbetriebe gelten in Kroatien seit 2008 strengere Vorschriften für die Bauausführung. So dürfen etwa öffentliche Aufträge ab 7 Mio EUR nur noch von Anbietern mit mindestens 300 Mitarbeitern gebaut werden.

Ausländische Bauunternehmen sind in Kroatien in der Vergangenheit auch bei grossen Staats-aufträgen oft zum Zuge gekommen. So baute beispielsweise Strabag weite Teile der Autobah-nen von Zagreb an die Küste sowie nach Slowenien, wo eine zügige Umsetzung und besonderes technisches Know-how nötig waren. Sinnvoll scheinen Kooperationen mit kroatischen Firmen. Im 1. Quartal 2009 wurden der amtlichen kroatischen Statistik zufolge 32,6% der von Firmen mit mindestens 20 Mitarbeitern fertiggestellten Bauleistungen von Subunternehmern erbracht. 22.9.2009 Kroatien



   
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