| |
TALLINN (APA) Estland steht vor der von verschiedenen Seiten seit Jahren geforderten Öffnung seines Energiemarktes. Anfang April soll das Monopol des staatlichen Energieversorgers Eesti Energia endgültig fallen. Das dafür derzeit in der parlamentarischen Schlussgerade befindliche Energiemarktgesetz sorgt in seinen Einzelbestimmungen unter Anbietern und Stromkunden jedoch nicht für einhellige Begeisterung. Vor allem der finnische Energiekonzern Fortum, der in Estland zwei moderne Anlagen mit Kraft- Wärme-Kopplung betreibt, kritisierte zuletzt heftig den geplanten Wegfall der vor drei Jahren eingeführten Subventionen für ökologischen Strom. Fortum droht im Falle einer Beibehaltung der Bestimmung im neuen Gesetz mit internationalen Rechtsmitteln und rief Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves dazu auf, das Gesetz nicht zu unterschreiben. Auch unter den Betreibern besonders energie-intensiver Industrieanlagen wie bei der Zementfabrik der HeidelbergCement oder der zur österreichischen Heinzel-Gruppe ge-hörenden Zellstofffabrik Estonian Cell, beide im ostestnischen Kunda, ist man laut einem Bericht von Bloomberg über einen erwarteten Anstieg der Strompreise besorgt. Diese Unternehmen wollen einen Aufschub der Energiemarkt- Öffnung erreichen um sich an die neuen Bedingungen rechtzeitig anpassen zu können. Die Öffnung des Strommarktes gilt als Voraussetzung für die verstärkte Anbindung Estlands und damit des gesamten Baltikums an den europäischen Markt. 4.2.2010
|